Im Oktober feierte ich ein besonderes Jubiläum: 10 Jahre als digitale Nomadin. Dieses Jahr habe ich meinen Jahrestag in Südkorea verbracht, wo ich nur ein paar Tage zuvor angekommen war. Normalerweise arbeite ich sonntags, aber an diesem besonderen Tag habe ich mir freigenommen. Statt Beratungsgespräche zu führen oder E-Mails zu schreiben, habe ich den Tag entspannt am Strand verbracht und den Abend in einem gemütlichen Restaurant ausklingen lassen.

Als ich vor zehn Jahren meine Reise als digitale Nomadin begann, hätte ich mir niemals vorstellen können, wohin mich dieser Weg führen würde. Ein Jahrzehnt voller neuer Orte, Arbeiten von überall auf der Welt sowie persönlichem und beruflichem Wachstum liegt hinter mir – und heute erkenne ich, wie jeder Umweg seinen Beitrag dazu geleistet hat. Zur Feier dieses besonderen Meilensteins möchte ich einige der eindrucksvollsten und prägendsten Momente meines nomadischen Lebens mit Ihnen teilen und darüber sprechen, welche wertvollen Lektionen ich daraus gelernt habe.

 

 

10 Jahre Digitale Nomadin: Lektionen aus einem Jahrzehnt auf Reisen

Foto aufgenommen von meiner Assistentin Charlotte während eines Besuchs in Montreal

 

 

1. Man braucht Internet, um online zu arbeiten

 

Eine der ersten Lektionen, die ich lernen musste, war, dass eine stabile Internetverbindung eine absolute Grundvoraussetzung fürs Arbeiten als digitale Nomadin ist. Klingt logisch, oder? Doch in manchen abgelegenen Ecken dieser Welt ist Internet alles andere als selbstverständlich – es ist eher ein Luxus.

Eine Zeit lang mietete ich eine Hütte mit Meerblick auf einer idyllischen kleinen Insel in Thailand. Es schien der perfekte Ort für eine digitale Nomadin zu sein – dachte ich zumindest. Doch jedes Mal, wenn ein Sturm aufzog, war die Insel von der Außenwelt abgeschnitten: Keine Fähren, kein Internet – und damit auch keine Möglichkeit, Beratungen durchzuführen oder E-Mails zu beantworten. 

So sehr ich meinen Aufenthalt auf der Insel genossen habe, hat mir diese Erfahrung gezeigt, dass abgelegene Orte nur dann eine gute Wahl sind, wenn man tatsächlich offline sein möchte. Heute achte ich deshalb darauf, nur in Regionen mit verlässlicher Internetverbindung zu reisen – es sei denn, ich plane bewusst eine Auszeit.

 

 

2. Manchmal ist es besser zu schweigen

 

Während meiner Zeit in Thailand beschloss ich, Tauchen zu lernen und buchte kurz darauf eine Tauchsafari. Tagsüber erkundeten wir die kristallklaren Gewässer, und abends tauschten wir auf dem Boot unsere Reisegeschichten aus. Natürlich kam irgendwann die Frage auf, was wir beruflich machen, und ich erwähnte, dass ich Psychologin bin. Das stellte sich schnell als Fehler heraus. Einer meiner Mitreisenden hielt von da an großen Abstand zu mir, als hätte er Angst, ich könnte während der Tauchbriefings seine dunkelsten Geheimnisse aufdecken. Er hielt sich demonstrativ am anderen Ende des Bootes auf, was für einige verwunderte Blicke sorgte.

Andere hingegen sahen meine Berufsoffenbarung als Einladung, mir ihre Lebensgeschichten zu erzählen. Zwischen den Tauchgängen verwandelten sich lockere Gespräche plötzlich in improvisierte Therapiesitzungen. Ich hörte von Beziehungsproblemen und Kindheitserlebnissen, während ich versuchte, in meinen Neoprenanzug zu schlüpfen.

Am Ende dieser Reise hatte ich eine wichtige Lektion gelernt: Manchmal ist es besser, über die eigene Arbeit zu schweigen – besonders dann, wenn man tagelang mit Fremden auf engem Raum unterwegs ist.

 

 

10 Jahre Digitale Nomadin: Lektionen aus einem Jahrzehnt auf Reisen - Thailand

Mein zuhause für einige Monate: die Insel Koh Tao in Thailand

 

 

3. Umweg nach Kambodscha

 

Zusammen mit einem Freund aus Deutschland war ich auf dem Weg von Thailand nach Kambodscha. Unsere Tickets hatten wir vor Ort gekauft, konnten sie jedoch aufgrund der Sprachbarriere nicht lesen. Also stiegen wir in einen Minivan, der uns angeblich an die nördliche Grenze bringen sollte – oder so dachten wir zumindest.

Es dauerte nicht lange, bis wir bemerkten, dass etwas nicht stimmte. Nach ein paar Gesprächen mit den anderen Passagieren wurde uns klar, dass wir auf dem Weg zu einer völlig anderen Grenze waren – und zwar in die entgegengesetzte Richtung unseres eigentlichen Ziels. Das Ganze spielte sich in einer Zeit ab, in der eSIMs, GPS und ständige Internetverbindungen noch nicht selbstverständlich waren. Wir waren also ohne digitale Hilfe unterwegs.

Verschwitzt und gestresst beschlossen wir, bei der nächsten Ortschaft auszusteigen. Von dort blieb uns keine andere Wahl, als ein privates Taxi zu nehmen, das uns zur richtigen Grenze brachte. Es war nicht nur nervenaufreibend, sondern für thailändische Verhältnisse auch ziemlich teuer. Doch heute blicke ich mit einem Schmunzeln auf dieses Erlebnis zurück – es ist eine meiner liebsten Reiseerinnerungen geworden.

Reisen ist heute mit eSIMs und GPS deutlich einfacher, und dafür bin ich auch dankbar. Aber manchmal vermisse ich diese kleinen Herausforderungen, die zwar anstrengend waren, aber auch ein echtes Gefühl von Abenteuer mit sich brachten. Es sind oft genau diese unerwarteten Missgeschicke, die zu den unvergesslichsten Momenten werden und die ich immer wieder gerne erzähle.

 

4. Auch digitale Nomad*innen brauchen mal Urlaub

 

Ein weit verbreitetes Missverständnis über das Leben als digitale*r Nomad*in ist, dass wir eigentlich ständig im Urlaub sind. Doch die Realität sieht ganz anders aus. Permanent unterwegs zu sein, sich immer wieder an neue Zeitzonen und lokale Gepflogenheiten anzupassen, während man gleichzeitig arbeitet und alltägliche Aufgaben meistert, kann mindestens genauso herausfordernd sein wie jeder andere Lebensstil – wenn nicht sogar mehr. Und dennoch sind viele von uns so in ihre Arbeit vertieft, dass sie oft vergessen, wie wichtig echte Auszeiten sind.

Früh in meiner Karriere als Onlinetherapeutin fiel mir auf, dass ich mir kaum richtige Pausen gönnte. Zwar reiste ich an atemberaubende Orte, doch blieb ich immer erreichbar und jonglierte berufliche und private Verpflichtungen zugleich. Irgendwann wurde mir klar, dass ich bewusster Pausen einplanen musste – genau wie jede*r andere Berufstätige auch. Seit einigen Jahren nehme ich mir deshalb jeden Dezember einen kompletten Monat frei. In dieser Zeit arbeite ich nicht, beantworte keine E-Mails und schalte sämtliche Benachrichtigungen auf meinem Handy aus. Über das Jahr verteilt plane ich außerdem kürzere Auszeiten, um den Akku immer wieder zwischendurch aufzuladen.

Für mich ist das einer der größten Vorteile der Selbstständigkeit: die Möglichkeit, meinen Zeitplan so zu gestalten, dass er sowohl meinem beruflichen Alltag als auch meinem Wohlbefinden gerecht wird. Diese bewusste Priorisierung von Erholung hat nicht nur meine Produktivität gesteigert, sondern mir auch gezeigt, meine Reisen und Erlebnisse intensiver zu genießen. Schließlich geht es im Leben als digitale*r Nomad*in nicht nur darum, ständig in Bewegung zu sein, sondern auch darum, einen nachhaltigen Rhythmus zu finden, der langfristig funktioniert.

 

 

5. Wenn alltägliche Aufgaben zur Herausforderung werden

 

Als digitale*r Nomad*in merkt man schnell, wie überraschend kompliziert alltägliche Aufgaben werden können, wenn man sich in einem anderen Land befindet. Dinge wie das Überqueren der Straße, das Bestellen im Restaurant oder sogar das Öffnen von Türen können plötzlich verwirrend sein, wenn die örtlichen Gepflogenheiten und Systeme anders sind, als man es gewohnt ist.

Und wenn man die Sprache des Landes nicht spricht, wird das Ganze natürlich noch komplizierter. In Südkorea bin ich auf einige solcher Alltagsherausforderungen gestoßen – die vielleicht kniffligste war die Müllentsorgung. Korea legt großen Wert auf Recycling und die Vermeidung von Lebensmittelabfällen, was bei den zahlreichen Beilagen, die jede Mahlzeit begleiten, absolut sinnvoll ist. Um die Verschwendung zu reduzieren, ist die Entsorgung von Essensresten kostenpflichtig. Neben den normalen Mülleimern gab es dafür eine spezielle Maschine, die eher an einen Geldautomaten erinnerte als an einen Müllbehälter.

Nach mehreren Fehlversuchen (und mit der Hilfe einiger Übersetzungs-Apps) habe ich schließlich herausgefunden, wie die Prepaid-Karte funktioniert, mit der man den Behälter öffnet, und welchen Knopf man drücken muss, damit sich der Deckel schließt und die Karte wieder herauskommt. Was anfangs wie eine unlösbare Aufgabe wirkte, fühlte sich am Ende wie ein kleiner Sieg an. Es sind oft genau diese scheinbar banalen Herausforderungen, die einen daran erinnern, wie bereichernd es sein kann, sich in einer neuen Kultur zurechtzufinden.

 

 

10 Jahre Digitale Nomadin: Lektionen aus einem Jahrzehnt auf Reisen - Mülltrennung in Südkorea

Mission accomplished: Mülltrennung in Korea

 

6. Ein Zuhause, zwei Zuhause, kein Zuhause?

 

Im Laufe der Jahre habe ich in verschiedenen Wohnungen und Häusern gelebt – und Phasen erlebt, in denen ich überhaupt kein festes Zuhause hatte. So sehr ich es liebe, immer wieder neue Orte zu entdecken, schätze ich doch auch den Komfort eines Rückzugsorts, an dem eine gut ausgestattete Küche und ein gemütliches Bett auf mich warten.

Die Frage, wo Heimat eigentlich ist, begleitet mich schon viel länger, als ich Nomadin bin. Mit einem deutschen und einem französischen Elternteil bin ich zwischen zwei Kulturen aufgewachsen und habe mich immer ein Stück weit zwischen ihnen bewegt. Diese Frage ist also schon lange Teil meines Lebens. Und doch gibt es auch nach einem Jahrzehnt voller Reisen und neuer Wohnorte keine einfache Antwort darauf.

Was ich jedoch über die Jahre gelernt habe, ist, dass Heimat für mich nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist. Es ist vielmehr ein Gefühl, das durch die Erfahrungen und Erinnerungen entsteht, die ich mit einem Ort verbinde. Wenn ich an einen Ort zurückkehre, dessen Straßen, Cafés und Geschäfte mir vertraut sind, dann stellt sich automatisch ein Gefühl von Zugehörigkeit ein. Heute gibt es unzählige Orte auf der Welt, die sich für mich wie ein Zuhause anfühlen.

 

 

7. Einwanderungshürden und eine Überraschungsreise nach Japan

 

Ein weit verbreitetes Missverständnis über das Leben als digitale*r Nomad*in ist, dass uns das viele Reisen so routiniert gemacht hat, dass selbst das Fliegen keinen Stress mehr verursacht. Doch auch wenn ich über die Jahre viel Reiseerfahrung gesammelt habe, kann ich bestätigen: Stressige Momente und kleine Katastrophen gehören immer noch dazu.

Um solche Situationen zu minimieren, habe ich im Laufe der Zeit Strategien entwickelt, die mir das Reisen erleichtern. Detaillierte Checklisten auf meinem Handy helfen mir dabei, alles Wichtige im Blick zu behalten: Was in welches Gepäckstück gehört, welche Dokumente ich bereithalten muss und welche Aufgaben vor der Abreise erledigt werden müssen. Und trotzdem passieren mir immer wieder unerwartete Dinge – wie kürzlich bei meinem Flug von Bangkok nach Südkorea.

Als ich am Flughafen einchecken wollte, stellte sich heraus, dass die Airline mich ohne Nachweis eines Rückflugtickets nicht an Bord lassen würde. Dabei wusste ich, dass ich mit einem 90-Tage-Visum nach Südkorea einreisen konnte und die Einwanderungsbehörde kein Rückflugticket verlangen würde (wie sich später auch bestätigte). Doch ohne Ticket ging am Check-in-Schalter gar nichts mehr. Die Zeit lief mir davon – nur noch 20 Minuten blieben bis zum Schließen des Check-ins – und so musste ich in aller Eile ein Ticket kaufen.

Nach einigen hektischen Minuten, zwei gescheiterten Zahlungen und einem erhöhten Puls buchte ich schließlich den günstigsten Flug, den ich finden konnte: nach Osaka. Was zunächst wie ein Ärgernis wirkte, entpuppte sich letztlich als Glücksfall. Nicht nur war das Ticket überraschend günstig, es brachte mich außerdem nach Japan – ein Land, das ich immer wieder unglaublich gerne besuche.

Diese Erfahrung war eine gute Erinnerung daran, dass nicht alles immer nach Plan laufen muss. Manchmal führen uns unerwartete Umwege zu Orten oder Erlebnissen, die noch besser sind, als wir es uns ursprünglich vorgestellt haben.

 

 

10 Jahre Digitale Nomadin: Lektionen aus einem Jahrzehnt auf Reisen

Foto von Kai Nagayama in Kyoto

 

 

8. Community finden

 

Als ich noch in Deutschland in einer Klinik oder Privatpraxis arbeitete, hatte ich immer Kolleg*innen um mich – Menschen, mit denen ich Ideen austauschen, Erfahrungen teilen oder einfach mal einen lockeren Plausch halten konnte. Doch als ich auf eine Onlinepraxis umstieg, fehlte mir dieser regelmäßige Kontakt. Deshalb begann ich schon früh, gezielt nach Gleichgesinnten zu suchen. Ich trat Mastermind-Gruppen und Buchclubs bei und nahm an Intervisionsgruppen teil.

2020 entschieden meine Kollegin Melissa Parks und ich, dass wir noch einen Schritt weiter gehen wollten. So entstand die Location Independent Therapists (LIT) Community – ein Raum für online arbeitende Kolleg*innen aus dem Bereich der mentalen Gesundheit. Was zunächst als informelle Accountability-Treffen und eine kleine Mastermind-Gruppe begann, entwickelte sich schnell zu einem globalen Netzwerk von Therapeut*innen, die sich gegenseitig beim Aufbau ihrer ortsunabhängigen Praxen und bei ihrer klinischen Arbeit unterstützen.

Durch LIT habe ich viele Kolleg*innen aus aller Welt kennengelernt. Die Community ist heute ein Ort, an dem wir unsere Herausforderungen, Erfolge und Erfahrungen teilen können. Für mich verbindet sie das Beste aus beiden Welten: meinen nomadischen Lebensstil mit der Kameradschaft und Unterstützung eines professionellen Netzwerks. Rückblickend war die Gründung von LIT nicht nur eine geschäftliche Entscheidung, sondern eine, die mich persönlich enorm bereichert hat. Sie hat mir gezeigt, dass das Leben als digitale Nomadin zwar manchmal einsam wirken kann, es aber nicht sein muss – und dass wertvolle Verbindungen überall entstehen können, wenn man bereit ist, sie zu suchen.

 

 

9. Ein Gewissenskonflikt

 

Ein häufiges Thema in meinen Onlineberatungen ist, wie man mit Konflikten zwischen verschiedenen persönlichen Werten umgeht. Wie entscheiden wir, welche Prioritäten wir setzen, und wie finden wir Kompromisse? Einer der inneren Konflikte, mit denen ich oft zu kämpfen habe, betrifft meinen Wunsch, nachhaltig zu leben und gleichzeitig den Kontakt zu meinen Liebsten auf der ganzen Welt aufrechtzuerhalten. Häufiges Fliegen hat einen erheblichen CO₂-Fußabdruck, während längere Aufenthalte an einem Ort umweltfreundlicher wären – doch das lässt sich nicht immer umsetzen. Weniger zu reisen könnte bedeuten, wichtige Ereignisse wie Geburtstage, Hochzeiten oder Familienfeiern zu verpassen – Momente, die mir sehr am Herzen liegen.

Auch wenn dieser Konflikt nie ganz verschwindet, versuche ich, bewusste Entscheidungen zu treffen, die meinen Werten gerecht werden. Das bedeutet für mich, Secondhand- und lokale Produkte zu kaufen, darauf zu achten, von welchen Unternehmen ich Dienstleistungen beziehe (zum Beispiel durch die Wahl einer nachhaltigen Bank), Plastik zu reduzieren und öffentliche Verkehrsmittel, Taxis oder Autos vorzuziehen, wann immer möglich. Bei Reisen entscheide ich mich zunehmend für klimafreundlichere Optionen, wie den 9-Stunden-Zug von Paris nach Berlin anstelle eines Flugs. Wenn Flüge unvermeidbar sind, achte ich darauf, Direktverbindungen zu buchen und die CO₂-Emissionen zu kompensieren.

Für mich bedeutet Nachhaltigkeit, ein Gleichgewicht zu finden, das sich richtig anfühlt, und die Konsequenzen meiner Entscheidungen zu verstehen. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern bewusstere Wege zu wählen, die meine Werte widerspiegeln. Letztlich ist es die Summe vieler kleiner Entscheidungen, die einen Unterschied machen – sowohl für die Umwelt als auch für mein persönliches Wohlbefinden.

 

10. Soziale Kontakte auf Reisen aufrechterhalten

 

Eine der größten Herausforderungen als digitale Nomadin – und ein häufiges Thema in meinen Beratungsgesprächen mit Expat-Klient*innen – ist, wie man soziale Kontakte aufrechterhält, wenn man ständig unterwegs ist.

Der Kontakt zu Freunden „zu Hause“ kann schwierig sein, wenn man sich auf der anderen Seite der Welt befindet. Unterschiedliche Zeitzonen, Tagesabläufe und die Unmöglichkeit, spontan für ein Wochenende vorbeizuschauen, führen oft dazu, dass sich Beziehungen verändern oder sogar auseinanderlaufen. Als die Person, die weit weg ist, erfordert es meist mehr Einsatz, den Kontakt zu pflegen, gerade weil nicht alle Freund*innen gut darin sind, über Distanzen hinweg in Verbindung zu bleiben. Doch die Beziehungen, die diese Hürden überstehen, sind oft die wertvollsten. Einige meiner Freund*innen sind selbst reisefreudig, und so haben wir immer wieder das Glück, uns an außergewöhnlichen Orten auf der ganzen Welt zu treffen.

Auch neue Freundschaften zu schließen, wenn man ständig unterwegs ist, ist eine Herausforderung. Anders als Backpacker*innen oder Tourist*innen, die in Hostels oder auf geführten Touren oft schnell neue Menschen kennenlernen, wohne ich meist in einer eigenen Wohnung und arbeite während meiner Reisen. Dennoch suche ich aktiv nach Gleichgesinnten, sei es in Online-Communitys, auf Meetups oder bei Konferenzen. Diese Begegnungen – ob bei einem Yogakurs in Kroatien, einem Workshop in Kolumbien oder bei einem Kaffee in Adelaide – zählen zu den bereicherndsten Erfahrungen meines Lebens als Nomadin.

Am Ende zeigt mir dieses Leben, dass Freundschaften auf unterschiedliche Weise entstehen und bestehen können. Es ist nicht immer leicht, doch die Verbindungen, die sich trotz der Herausforderungen entwickeln, sind es immer wert.

 

 

Ein Jahrzehnt als digitale Nomadin

 

Wenn ich auf die letzten zehn Jahre zurückblicke, wird mir klar, wie weit ich gekommen bin – nicht nur in den Kilometern, die ich zurückgelegt habe, sondern auch in meinem persönlichen Wachstum, den wertvollen Lektionen und den wunderbaren Begegnungen, die ich auf meinem Weg erleben durfte. Das Leben als digitale Nomadin ist kein leichter Weg. Es bringt Herausforderungen, unvorhergesehene Wendungen und Momente der Unsicherheit mit sich. Doch jedes Abenteuer, jede Überraschung und selbst die Rückschläge haben dazu beigetragen, mich beruflich und persönlich zu formen. Heute bin ich stärker und vielseitiger als je zuvor – und ich bin gespannt, wohin mich die nächsten zehn Jahre führen werden!

 

 

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Leben Sie bereits als digitale*r Nomad*in oder träumen Sie davon, ortsunabhängig zu arbeiten? Was war Ihre größte Erkenntnis aus Ihren eigenen Reisen oder beruflichen Erfahrungen? Oder gibt es etwas, das Sie über diesen Lebensstil wissen möchten? Ich freue mich auf Ihre Kommentare und Fragen!

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10 Jahre Digitale Nomadin: Lektionen aus einem Jahrzehnt auf Reisen

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