Verrückt, oder? Das Jahr 2017 ist schon ganz schön alt. Dabei war Weihnachten doch gefühlt gestern… Nun gut, ein guter Zeitpunkt für einen kleinen Rückblick auf mein erstes Halbjahr 2017 als Onlinepsychologin auf Reisen!

 

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Begonnen habe ich das Jahr 2017 in Australien, habe mit Freunden aus Deutschland, in das neue Jahr hinein gefeiert, und das gleich zwei Mal. In Australien ist es nämlich durchaus üblich, dass es an Silvester zwei Feuerwerke gibt: eines am frühen Abend für die Kinder und ein Zweites um Mitternacht. Keine schlechte Idee, finde ich! So haben wir das erste Feuerwerk ganz stilecht mit Fish and Chips inmitten einer riesigen Menschenmenge, auf einem kleinen Hügel vor dem Meer genossen. Anschließend hatten wir genug Zeit im Dunkeln am Strand zurück nach Hause zu spazieren um von dort aus das 2. Feuerwerk zu betrachten und auf ein neues, spannendes Jahr anzustoßen.

 

Onlinepsychologin 2017 Teil1

Urlaub in Tasmanien

Ein paar Tage später ging es mit einer Freundin nach Tasmanien zum Zelten und Wandern. Kennen Sie Tasmanien oder haben davon zumindest schon mal gehört? Falls es Ihnen so geht wie mir bevor ich nach Australien bin, und der erste Gedanke ist: Tasmanien? Ist das in Afrika? Dann lautet die Antwort, nein, das in Afrika heißt Tanzania und sieht auch ganz anders aus. Tasmanien sieht eher ein bisschen aus wie Neuseeland oder einige Ecken in den Alpen. Mit unglaublich freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Da holt einen der öffentliche Linienbus, der 3 x in der Woche fährt, auch mal direkt an der Unterkunft ab.

Unser denkwürdigstes Erlebnis, neben den tollen Wanderungen im alpinen Gelände war aber ganz sicher der Tag, an dem wir beschlossen haben zur Bay of Fires raus zu fahren. 12 km von der Hauptstraße und dem nächsten größeren Ort entfernt. Wir haben uns kurzerhand dazu entschlossen Fahrräder zu mieten, einen Teil unseres Gepäcks bei dem freundlichen Fahrradvermieter hinterlassen und haben uns auf den Weg gemacht.

 

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Eigentlich auch gar kein Problem, hätte es nicht gleich zu Beginn unserer Fahrt angefangen zu regnen. Nicht nur so ein bisschen, sondern so richtig. Es war windig und schüttete wie aus Eimern, und das auf einer bergigen Strecke in einem Land, in dem Autofahrer nur wenig Rücksicht auf Fahrräder nehmen. Wir haben mehrfach darüber nachgedacht abzubrechen und ins nächstgelegene Hotel zu gehen. Aber wir haben uns durchgebissen. Haben im Regen das Zelt aufgebaut und uns immer wieder gefragt, was wir hier eigentlich tun. Wahrscheinlich sollte ich an dieser Stelle vermutlich noch erwähnen, dass unser Zelt ein winziges Wanderzelt ist, in dem man nicht mal wirklich aufrecht sitzen kann. Aber immerhin hatten wir trockene Kleidung, und im Schlafsack bei einem kleinen Nickerchen wurde uns auch wieder warm. Was als nächstes geschah? Der Regen hörte auf und die Sonne kam heraus. Wir erkundeten die Umgebung, kletterten über Felsen und liefen über Strände…

 

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Die Nacht war zwar noch sehr stürmisch und wir wachten regelmäßig mit dem Gedanken auf, dass das Zelt gleich davon fliegen würde, aber nein, es hielt natürlich stand. Am nächsten Tag sind wir, nach einem Frühstück auf dem Felsen, am Strand entlang zum nächsten Ort gelaufen und haben uns dort im Luxusrestaurant ein richtig leckeres Mittagessen gegönnt, wir hatten es uns aber auch redlich verdient! Auch der platte Fahrradreifen am Tag der Abreise konnte dank hilfsbereiter Nachbarn soweit wieder aufgepumpt werden, dass er uns noch bis zurück getragen hat – die Rückfahrt, im Sonnenschein und bei angenehmen Temperaturen kam uns übrigens unglaublich kurz und entspannt vor 😉

 

Mein erster Onlinekurs

Zurück in Adelaide, meiner australischen „homebase“, habe ich mich einige Wochen voll in die Arbeit gestürzt und meinen ersten Onlinekurs fertig gestellt. Gearbeitet habe ich dafür meist von Cafés aus, am liebsten mit Blick auf den Fluss und die Delfine, die hier fast täglich zu sehen sind.

 

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Auf nach Vietnam!

Anfang März ging es dann wieder richtig auf Reisen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Singapur ging es für einen Monat nach Vietnam.

 

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Da ich Vietnam schon von früheren Besuchen kannte, hatte ich weniger das Bedürfnis viel zu bereisen und mehr den Wunsch, einzelne Ecken besser kennen zu lernen und etwas tiefer in die Kultur einzutauchen. Oder auch einfach mal nur ein paar Tage mit Blick auf Reisfelder auf der Terasse sitzen, lesen, oder zumindest ab und zu, auch mal arbeiten. Bei meinen vorherigen Besuchen in Vietnam hatte ich auch noch gar nicht Online als Psychologin gearbeitet, sodass ich damals auch noch ganz anders reisen konnte und wenig Wert auf ein ruhiges Zimmer mit gutem Wlan gelegt habe.

 

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Nach einer Woche in Hanoi haben wir u.a. den Dschungel auf der Cat Ba Insel erkundet, in Tam Coc leckeren Pho Cocktail getrunken (ein Cocktail, der von der vietnamesischen Suppe, Pho, inspiriert ist und überraschend gut schmeckt!) und viel Zeit im Regen verbracht. In Mai Chau habe ich mit Blick auf Reisfelder gearbeitet und in Moc Chau gab es jede Menge Teeplantagen zu bewundern.

 

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Vor allem habe ich aber das leckere vietnamesische Essen genossen! Ach was würde ich für eine Phở-Suppe, oder eine Portion Bánh cuốn geben. Vor allem, wenn diese nur 1-2 Euro kosten…

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Ein Sommer in Europa

Sosehr ich es mag neue Länder und Kulturen zu entdecken, sosehr freue ich mich aber auch, regelmäßig Zeit mit meiner Familie und Freunden zu verbringen. Nicht nur virtuell, sondern eben auch in echt. Außerdem gibt es auch in Europa noch so viele Ecken, in denen ich noch gar nicht war…

Anfang April ging es also zurück nach Europa, erster Zwischenstopp Paris.

 

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Paris ist eine dieser Städte, die mir irgendwie sehr vertraut und doch fremd sind. Ich habe schon von klein auf viele Urlaube und Weihnachten dort verbracht, da ein Teil meiner Familie aus Paris stammt. Trotzdem gibt es so unglaublich viel zu entdecken, Neues und Altes, Parks, Museen und jede Menge nette Cafés und Bistros. In Paris habe ich auch eine alte Schulfreundin zum ersten Mal nach 19 Jahren persönlich wieder getroffen. Schon, toll, was Facebook uns heute so alles ermöglicht.

 

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Besonders spannend fand ich, dass mir Paris nach Hanoi so ruhig und geordnet vorkam. Schon erstaunlich, oder? Wie sehr unser Eindruck von dem geprägt ist, was wir kurz zuvor erlebt haben… Ich kann mich gut an Urlaube in Paris erinnern, wo mir alles laut und voll und anstrengen vorkam, insbesondere dann, wenn ich vorher auf dem Land war.

Genau dorthin ging es als nächstes, aufs Land, an der Atlantikküste. Familie und Freunde besuchen, das Sommerwetter im April genießen und viel Ruhe und Kraft tanken, nach dem Trubel des vielen Reisens.

 

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Zwischendurch gab es noch einen mehrtägigen Ausflug an die Loire, mit Schlössern und Weinproben. Gut, dass wir ein Auto haben und so gleich etwas von dem leckeren Wein mitnehmen konnten…

 

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Mitte Mai ging es dann runter in die Pyrenäen zum Housesitting, eine Woche auf zwei Katzen und drei Hühner aufpassen und dafür kostenlos wohnen. Ganz in der Nähe vom Schloss Montsegur, zu dem wir dann natürlich auch hingewandert sind.

 

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Meinen bisher einzigen Schnee des Jahres 2017 habe ich (bis auf ein paar winzige Überreste in der Ferne auf den Bergen in Tasmanien) bei einem Tagesausflug nach Andorra gesehen.

 

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Anschließend ging es dann Richtung Kroatien, unserem nächsten Zielland. Aber da wir es nicht ganz so eilig hatten, blieb genug Zeit für ein Bad im Mittelmeer und ein paar Tage in Italien auf der Durchreise.

 

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Meine Arbeit als Onlinepsychologin habe ich während des Reisens so organisiert, dass ich all meine Klientengespräche zwischen Mittwochabend und Samstagmittag habe. So haben wir uns also jede Woche für ein paar Tage eine feste Unterkunft an einem Ort gesucht, so dass ich meine Gespräche in Ruhe führen kann. An den anderen Tagen, reisen wir meistens, gehen Zelten und Wandern und genießen es etwas mehr Offline zu sein. Natürlich lese und beantworte ich auch an diesen Tagen meine Emails und schaue auch mal bei Facebook und Instagram vorbei, aber das nimmt selten mehr als eine Stunde am Tag in Anspruch. Den Rest des Tages versuche ich dann so viel wie möglich Abzuschalten, zu Lesen oder einfach die Zeit in der Natur zu genießen.

Kroatien = mein Land Nummer 38

Ich bin ehrlich gesagt ziemlich unvorbereitet nach Kroatien gefahren. Ich hatte keine Ahnung was mich da wirklich erwartet, hatte nur von vielen Menschen gehört, dass es traumhaft sein soll. Was soll ich sagen…

 

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Die Natur ist in der Tat unglaublich schön, das kristallklare, türkisfarbene Meer hat mich sehr an Thailand erinnert, in etwas kühler und mit weniger Palmen und mehr Steinen. Ich liebe die Berge und das Meer, wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich mich wahrscheinlich für das Meer entscheiden. Zum Glück muss man das in Kroatien nur selten. Schöne mittelalterliche Städte und leckeren Wein gibt es natürlich auch.

 

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Da wir noch vor der Hauptsaison da waren, hielten sich auch die Touristenmengen in Grenzen, außer vielleicht im Nationalpark Plitvice, da war es dann doch recht voll – aber auch wirklich wunderschön!

 

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Was mich allerdings doch überrascht hat, ist wie sehr Kroatien in Deutscher Hand zu sein scheint. Mir sind schon lange nicht mehr so viele deutsche Autos begegnet. Die meisten Kellner und Wohnungsvermieter sprachen auch deutlich besser Deutsch als Englisch.

 

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Kunst und Kultur in Venedig

Mitte Juni ging es für ein paar Tage nach Venedig, ein kleines Familientreffen anlässlich der Kunstbiennale. Mein letzter Besuch in Venedig war schon einige Jahre her, umso schöner war es, diese Stadt wieder neu zu entdecken. Da wir nicht ganz zentral gewohnt haben, konnten wir uns auch den großen Menschenmengen ganz gut entziehen und andere Ecken erkunden.

 

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Land Nummer 39: Bosnien und Herzegowina

Einen kurzen Zwischenstopp hatten wir schon in Neum gemacht, der Küstenstadt, die in dem kleinen Streifen Bosnien und Herzegowina liegt, der Kroatien in zwei teilt. Auf der Reise von Split nach Dubrovnik kommen hier viele Touristen vorbei, kaufen günstig ein und tanken ihren Wagen voll. Wir hatten beschlossen zu bleiben, in einer Wohnung mit Meerblick, Privatstrand und wunderschönen Sonnenuntergängen!

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So richtig haben wir das Land aber erst in den letzten Wochen kennengelernt, als wir von Dubrovnik los sind Richtung Sarajevo. Mit Zwischenstopps u.a. in Mostar, der Stadt mit der berühmten Brücke:

 

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Die Hauptstadt Sarajevo hat mich dann auch tatsächlich überrascht. Wahrscheinlich auch deshalb, weil ich auch hier nicht wirklich wusste, was mich erwarten würde.

 

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Irgendwie hat mich die Stadt an Berlin erinnert, oder auch an meine Wahlheimat Leipzig, vor 10-15 Jahren oder so. Mit Einschusslöchern in den Häusern… An den meisten Ecken nicht wirklich schön, aber doch voller Leben. Eine spannende Mischung aus alt und neu, aus Ruinen und modernen Hochhäusern, aus Ost und West. Eine Stadt, in die ich gerne wiederkommen werde um etwas mehr Zeit dort zu verbringen und die Stadt und ihre Widersprüche vielleicht etwas besser zu verstehen.

 

Onlinepsychologin 2017 Sarajevo

 

6 Monate. 7 Länder. Ein halbes Jahr als Onlinepsychologin auf Reisen.

 

Das war es auch schon, mein erstes Halbjahr 2017 als Onlinepsychologin auf Reisen. Mehr Fotos von meinen Reisen gibt es regelmäßig bei Instagram!

Natürlich bestand mein Jahr bisher nicht nur aus Reisen, ich habe von all diesen Ländern und Orten aus auch gearbeitet. Ich habe mir Arbeitsroutinen erarbeitet, die auch in ständig wechselnden Umfeldern funktionieren, habe gelernt mich immer wieder anzupassen und flexibel zu sein. Habe Simkarten aus so ziemlich jedem Land in dem ich war meiner Sammlung hinzugefügt, da das Wlan nicht immer zuverlässig genug ist und ich auch zwischendurch auf dem Zeltplatz oder im Zug meine Emails lesen möchte.

 

Onlinepsychologin 2017 Teeplantage

 

Ich habe mit Klienten aus aller Welt – oder zumindest aus Europa, den USA, Lateinamerika, Afrika und Asien gesprochen. Über Beziehungsprobleme, Depressionen und Ängste und noch viel mehr. Mit manchen hatte ich nur 1-2 Sitzungen, mit anderen Spreche ich seit Monaten regelmäßig. Meistens unterhalten wir uns per Videochat, andere Klienten bevorzugen die Beratung per Email.

 

Außerdem habe ich regelmäßig gebloggt und neue Geschichten und Gedanken auf meiner Seite geteilt und regelmäßig meinen Newsletter mit Updates aus meiner Arbeit und meinem Leben an meine Leser verschickt. Ach ja, meine Facebookseite habe ich natürlich auch regelmäßig mit neuen Inhalten gefüttert. Aber damit genug der Eigenwerbung, auf ins 2. Halbjahr 2017!

 

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Wie war Ihr erstes Halbjahr 2017? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

6 Monate auf Reisen als Onlinepsychologin
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8 Gedanken zu „6 Monate auf Reisen als Onlinepsychologin

  • 18. August 2017 um 7:14 PM
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    Wow, das ist echt sehr beeindruckend. So viele Länder in so kurzer Zeit und dazu noch arbeiten. Kroatien und Bosnien und Herzegovina klingen sehr spannend. Die kommen wohl auf meine Liste für nächstes Jahr 🙂

    Antworten
    • 18. August 2017 um 11:34 PM
      Permalink

      Stimmt schon, Nicoletta, immer so viel reisen könnte ich auch nicht… Letztes Jahr war ich etwa 6 Monate in Australien und habe nur kürzere Reisen zwischendurch gemacht, im Jahr davor habe ich recht lange in Thailand auf einer Insel gelebt… mehr zu meinem Jahr 2016 gibt es z.B. hier: https://www.sonia-jaeger.com/de/mein-jahr-2016-als-psychologische-onlineberaterin/

      Eigentlich reise ich meistens nur mit Handgepäck, es ist beeindruckend, wie wenig materielles man eigentlich wirklich braucht. Da wir nun auch viel Zelten waren, hatten wir etwas mehr dabei, sodass die Rucksäcke auch etwas schwerer waren. Außerdem wird das Schweizer Taschenmesser nicht so gerne im Handgepäck gesehen 😉

      Liebe Grüße!

      Antworten
  • 19. August 2017 um 8:42 AM
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    Wow, das ist echt beeindruckend. Und so viele schöne Fotos. Toll!
    Ich freue mich schon auf den Artikel zum 2. Halbjahr 2017! 🙂

    Antworten
  • 19. August 2017 um 6:23 PM
    Permalink

    Liebe Sonia,

    wie ich ja schon oft gesagt habe, mag ich deine Blogs sehr gerne und habe witzigerweise gedacht, dass du schon viel länger unterwegs bist als ein halbes Jahr. Dann durfte ich ja quasi fast von Anfang an dabei sein. COOL. Ich finde was du schreibst unglaublich spannend und stelle mir öfter die Frage, ob ich das nicht auch gerne mal ausprobieren würde.

    Antworten

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