Wie denken Sie über sich und besonders über Ihren Körper? Lieben Sie Ihren Körper? Haben Sie das Gefühl, dass Sie Ihren Körper lieben sollten?

Body Neutrality Bewegung - die Mitte zwischen zwei Extremen?

Die Body-positive-Bewegung hat in den letzten Jahren viel an Aufmerksamkeit gewonnen. Ein positives Körpergefühl zu haben bedeutet, sich unabhängig vom Gewicht oder der Sommersprossen im Gesicht mit seinem Aussehen wohl zu fühlen und die eigene Einzigartigkeit zu feiern.

Die Bewegung entstand als Gegensatz zur üblichen „Diät“ und zum Selbstbild, mit dem der eigene Wert direkt mit dem Aussehen und dem Gewicht verknüpft wurde und Übergewicht als moralisches Versagen galt. Die Body-positive-Bewegung hat vielen geholfen, hatte aber auch viele Kritiker, teilweise Teilnehmer innerhalb der Bewegung selbst. 2015 entstand ein neuer Ansatz: die Body Neutrality Bewegung.

Worum geht’s bei der Bewegung?

Die Body Neutrality Bewegung schlägt vor, dass wir uns auf die Leistungen unseres Körpers konzentrieren sollten, anstatt auf Aussehen und Umfang. Der größte Unterschied zur Body-positive-Bewegung besteht jedoch darin, dass die Body Neutrality Bewegung keine Kultur der Selbstliebe fördert. Sie will, dass man sich mit sich selbst okay fühlt und sich nicht ärgert oder schuldig fühlt, wenn man sich nicht selbst lieben kann, wie man ist oder wie man aussieht.

Wie können Sie sich auf die Leistungen Ihres Körpers konzentrieren?

Berücksichtigen Sie, was Ihr Körper alles schafft: Seine Ausdauer, seine Schnelligkeit, seine Stärke, die Fähigkeit, Aufgaben zu erledigen, und jeden anderen Aspekt, den Sie leisten.

Was tut Ihr Körper für Sie? Wobei kann er Ihnen helfen, was Sie erreichen wollen? Das sollte der Fokus sein. Sie müssen Ihren Körper nicht lieben, wie die Body-positive-Bewegung vermuten lässt. Sie sollten nur anfangen zu erkennen, was es für Sie bedeuten kann.

Die Body Neutrality Bewegung wurde populärer, weil sie das Problem der Body-positive-Bewegung aufgreift, das in den letzten Jahren aufgetreten ist. Nun gibt es diese positive Bewegung schon seit einigen Jahren, genauer seit den 1960er. Ursprünglich konzentrierte sie sich auf “plus-sized” Menschen, damit diese die Möglichkeit haben, dem Wort “fett” eine neue Bedeutung zu geben und damit sie ohne Schuldgefühle ihres Körpers wegen leben können.

Kritik an der positiven Bewegung

Dank Social Media hat die Bewegung in den letzten Jahren an Popularität gewonnen. Sie ist Ziel von Kritik und Unterstützung. Die Body-positive-Bewegung bekam von mehreren Seiten Kritik.

Von jenen, die das Gefühl hatten, dass es zu ungesunden Gewohnheiten und Verhaltensweisen führen kann. Aber viel interessanter war die Kritik derer, die zwar mit den Hauptzielen der Bewegung konform waren, dennoch nicht mit der Umsetzung.

Einerseits gab es diejenigen, die den Fokus auf Selbstliebe kritisierten und die das Gefühl hatten, dass das zusätzlichen Druck auf die, die bereits unter gesellschaftlichem Druck leideten, ausübt.

Andererseits dachten einige, dass die Body-positive-Bewegung von bestimmten Gruppen in der Gesellschaft übernommen wurde, speziell von Menschen mit „akzeptablem“ Übergewicht, Menschen mit schönem Aussehen, Menschen mit anderen Wurzeln etc. Viele fühlten sich ausgeschlossen von einem Begriff, der per Definition universell hätte sein sollen.

Dies führte zur Entwicklung der Body Neutrality Bewegung als Alternative. Die Bewegung wird größer und nimmt weiterhin Gestalt an, sie ist sehr beliebt bei allen, die es leid sind, über Diäten und Selbstliebe zu sprechen, um sich und ihren Körper zu lieben.

Body Neutrality verkauft sich schwieriger…

Positives Denken über den Körper ist kommerziell und marketingbezogen geworden, um es wirklich Ernst nehmen zu können. Body Neutrality verkauft sich schwieriger.

Die Body Neutrality Bewegung hat aber ebenfalls Kritiker. Viele haben darauf hingewiesen, dass manche sich ausgeschlossen fühlen, weil der eigene Körper da “nicht reinpasst”, zum Beispiel Menschen mit schweren Behinderungen, die ihr tägliches Leben beeinträchtigen.

Körperneutralität und Körperpositivität stehen jedoch nicht unbedingt im Widerspruch zueinander. Manche finden es vielleicht nützlich, sich auf das, was ihr Körper alles geleistet hat, zu fokussieren, um dann Selbstliebe zu empfinden. Andere stellen fest, dass Selbstliebe sie nicht wirklich zu ihren Zielen führt oder nicht zu ihrem Selbstverständnis passt. 

Wie können Sie die Body Neutrality bei sich anwenden?

Überlegen Sie, wie Sie sich mehr auf Ihre Leistungen, als auf Ihr Aussehen fokussieren können. Diese Perspektive ist für die meisten neu, da die Gesellschaft uns (insbesondere Frauen) dazu zwingt, unseren Körper als etwas zu behandeln, das man betrachten muss. Als ein Objekt, was bewundert oder verachtet wird.

Die Body Neutrality Bewegung beschreibt ein Bild des Körpers, den wir haben und benutzen. Der Fokus liegt auf dem, wozu unser Körper im Stande ist und wie er uns dabei nutzt.

Eine weitere Idee ist, die eigene Wahrnehmung verschiedener Körperteile festzustellen. Zum Beispiel mögen viele Frauen keine Körperbehaarung, da das als unattraktiv eingestuft wird. Wenn wir aber anfangen, die Funktion dieser Behaarung zu sehen, was würde sich ändern? Wir können die Art und Weise, wie wir verschiedene Aspekte unseres physischen Selbst sehen, ändern, um liebevoller mit uns selbst umzugehen. Die Body Neutrality Bewegung könnte vielen helfen.

Also, was denken Sie? Ist es vielleicht an der Zeit, Ihre Beziehung zum eigenen Körper zu überdenken? Schreiben Sie es in die Kommentare!

Body Neutrality Bewegung - die Mitte zwischen zwei Extremen?
Body Neutrality Bewegung – die Mitte zwischen zwei Extremen?

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