HammerWir verbringen viel Zeit damit die Verhaltensweisen unserer Mitmenschen zu analysieren, ohne oftmals jedoch zu wissen was tatsächlich dahinter steckt. So kann es viele Erklärungen für das (vermeintlich) flüchtige Grüßen des Nachbarn geben. Stecken wir jedoch bereits in einem negativen Gedankenkreis oder einer schlechten Stimmung, dann werden wir das Verhalten des Nachbarn auch entsprechend negativ und auf uns bezogen interpretieren.

In meiner Arbeit als Online Psychologin und Therapeutin werden solche negativen Gedankenspiralen immer wieder thematisiert. Ich erzähle dann auch immer wieder gerne diese Geschichte, da sie auf anschauliche Weise verdeutlicht, wie sehr wir uns mit unseren Gedanken manchmal selbst im Weg stehen.

Wie auch in der heutigen Geschichte, so neigen negative Gedanken dazu weitere negative Gedanken nach sich zu ziehen. Genau deshalb ist es so wichtig, negative Gedankenmuster frühzeitig zu erkennen und zu verändern. Nur so kann eine solche negative, depressive Spirale durchbrochen werden. Hier also die Geschichte vom Hammer:

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht’s mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er »Guten Tag« sagen kann, schreit ihn unser Mann an: „Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!”
Wieder in seiner Wohnung sitzt er da mit seinem Bild in der Hand – enttäuscht und verzweifelt über seine Mitmenschen. Und er beschließt ganz fest: „Nie wieder sprech ich einen an!”

Die Geschichte stammt aus dem sehr lesenswerten Buch Anleitung zum Unglücklichsein von dem Philosophen, Kommunikationswissenschaftler und Psychotherapeuten Paul Watzlawick.

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Kennen Sie solche negativen Gedankenspiralen auch? Haben Sie den Eindruck, nicht mehr alleine aus diesem Strudel heraus zu kommen? Dann melden Sie sich bei mir! Ich helfe auch Ihnen gerne weiter. 

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