Mein letzter Blogpost zum Thema Minimalismus aus Sicht einer digitalen Nomadin und Online Psychotherapeutin hat einige Nachfragen ausgelöst, die ich heute versuchen möchte zu beantworten. Was besitzt man eigentlich so als digitale Nomadin und online Psychotherapeutin und wie viel passt in meinen Rucksack?

Ich packe meinen Rucksack… Eine Online Psychotherapeutin packt aus.

Der Durchschnittseuropäer soll 10 000 Gegenstände besitzen. Und gerade wer nicht so oft umzieht oder sich bei jedem Umzug nur vergrößert, der wird erst mal wenig dazu angehalten auszumisten. Ganz im Gegenteil, wir Leben in einer Zeit und Gesellschaft, in der Konsum und materieller Besitz geschätzt und gefördert wird. Sei es der bessere Fernseher, Laptop oder das neueste Handy. Sosehr ein großer Dachboden oder Keller ein Glück sein kann, sosehr kann er auch zum Fluch werden. Denn alles was wir momentan nicht brauchen, kann ja erst mal in eine Kiste auf den Dachboden… Wer weiß, ob wir nicht später einmal… oder vielleicht die Kinder… oder…?

Mein kleiner Rucksack

Gerade Menschen, die nicht ständig durch die Welt reisen, fragen mich oft, wie ich mit so einem kleinen Rucksack unterwegs sein kann und was da wohl drin sein mag.

Die Frage stellt sich aber nicht nur bei denen, die nicht so viel reisen. Denn auch unter digitalen Nomaden führt kaum ein Thema zu hitzigeren Diskussionen als die Frage, ob man nur mit Handgepäck reist oder nicht. Laut einigen „Experten“ in dieser Frage, ist man wohl nur ein richtiger digitaler Nomade und richtig „frei“, wenn man nur mit Handgepäck reist. Zum Glück ändert sich der Trend da gerade etwas und es melden sich auch die digitalen Nomaden, die ganz anders leben und reisen häufiger zu Wort.

Wie viel Besitz ist zu viel?

Die Frage, wie viel Besitz „zu viel“ ist, die hört also nie auf, egal wie sehr man reduziert. Auch wenn ich mich jedes Mal darüber ärgere, wenn ich, gerade in Asien, immer extra zahlen muss für meinen Rucksack, ich reise gerne mit (etwas) mehr Gepäck. Wer es genauer wissen will: 13 kg wiegt mein (großer) Rucksack aktuell, 5kg mein kleines Handgepäck mit all der Elektronik, die man als digitaler Nomade (oder Mensch im 21. Jahrhundert) so braucht. Je nachdem wen ich jetzt frage, mag dies sehr wenig oder eben auch doch recht viel sein…

Für mich persönlich ist es aber gerade tatsächlich genau richtig. Ich brauche nicht viel und freue mich, nur das (für mich persönlich) Nötigste mit mir herum zu tragen. Gleichzeitig reise ich viel und möchte nicht an jedem Ort eine neue Tube Sonnencreme oder Mückenspray kaufen. Ich will auch weiterhin mit meinem Taschenmesser reisen, denn nicht jede Weinflasche hat einen Schraubverschluss und nicht jede Airbnb-Wohnung einen Korkenzieher und beim Reisen und Wandern ist so ein Taschenmesser doch immer wieder erstaunlich nützlich. Auch meine Yogamatte ist für mich ein wichtiger Begleiter im Alltag und somit auch das zusätzliche Gewicht wert.

Vor allem bin ich aber, im Gegensatz zu vielen der handgepäckreisenden Digitalen Nomaden auch immer wieder in nicht-tropischen Ländern unterwegs und brauche eben mehr als nur ein paar kurze Hosen und Flipflops. Ich bin kein Fan von Funktionskleidung in Städten und möchte einfach gerne so herumlaufen, wie ich das sonst auch tun würde.

Der Inhalt – jetzt wird ausgepackt

Wer es noch genauer wissen will, so in etwa sieht der Inhalt meiner Taschen aus:

* Kleidung für etwa eine Woche und diverse Jahreszeiten
* Yogamatte
* Zahnbürste, Sonnencreme und was man sonst so braucht
* Taschenmesser, Teesieb (ich liebe losen Tee!)
* diverse Beutel und Taschen um möglichst plastikfrei einzukaufen, egal wo ich bin auf der Welt
* Laptop, Handy, Ebookreader, Kopfhörer, und die dazu gehörigen Ladekabel
* mindestens 2 Notizbücher – eins für meine Arbeit als Online Psychotherapeutin (ich schreibe meine to-do Listen nach wie vor am liebsten von Hand) und ein privates
* Papier: meine Onlinepraxis ist zu 99% papierlos, aber meine Klientensitzungen dokumentiere ich auch weiterhin am liebsten auf Papier (und digitalisiere diese dann regelmäßig). Ab und zu muss ich auch mal einen Beleg behalten, sei es für die Steuer oder für die Krankenkasse. Zum Glück lässt sich aber heute wirklich fast alles online regeln und digital speichern.

Zwischenlagerung macht’s möglich

Zusätzlich besitze ich in Deutschland noch ein paar wenige eingelagerte Möbel und Erinnerungsstücke und habe in 3 Ländern auf 2 Kontinenten strategisch günstig ein paar Kleidungsstücke für den Winter hinterlassen.

Unter digitalen Nomaden gehöre ich damit vermutlich zu den Menschen, die viel mit sich herum tragen und die sich nicht ganz von allem Besitz losgesagt haben. Aber ganz ehrlich, wenn ich länger als eine Woche in einem kalten Land bin, dann hätte ich gerne einen richtigen Mantel und nicht nur meine Regenjacke mit 5 Lagen Kleidung darunter zur Verfügung.

Mein bester Tipp fürs entspannte Reisen und Packen, egal ob mit Rucksack oder Koffer, als Online Psychotherapeutin auf Dauerreise oder für den nächsten Kurzurlaub lautet übrigens Packwürfel! Sie werden nie wieder ohne reisen wollen!

Wie ist das bei Ihnen? Können Sie sich vorstellen, nur aus dem Rucksack zu leben? Was würden Sie mitnehmen, wenn Sie als digitaler Nomade durch die Welt ziehen würden?

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