Es ist wieder soweit – die Fenster erstrahlen in funkelndem Licht, der Duft von frisch gebackenen Keksen erfüllt die Luft und überall herrscht eine festliche Atmosphäre: Weihnachten steht vor der Tür! Doch für manche kann diese besinnliche Jahreszeit auch eine sehr anstrengende Zeit sein. Für viele Frauen bedeutet Weihnachten eine Vielzahl zusätzlicher Aufgaben auf ihrer ohnehin schon langen To-do-Liste. Denn selbst in unserer modernen Welt sind es doch meist die Frauen, die sich um die Kindererziehung und die Hausarbeit kümmern und es sind auch hauptsächlich sie, die für die Organisation des Weihnachtsprogramms zuständig sind. Doch es geht auch anders! In diesem Blogpost möchte ich Ihnen das Konzept von Equal Care vorstellen und Ihnen zeigen, wie auch Sie es in Ihrer Beziehung erreichen können. 

Hinweis: Dieser Artikel ist ausnahmsweise nicht gegendert. Equal Care bezieht sich zwar nicht ausschließlich auf Frauen, dennoch sind es überwiegend weiblich gelesene Personen, die einen Großteil der unbezahlten Fürsorgearbeit in Beziehungen leisten. Wir hoffen, dass sich das bald ändert! Jeder, unabhängig vom Geschlecht, ist eingeladen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und diesen Artikel für sich zu nutzen.

 

 

Fröhliche Weihnachten dank Equal Care

Foto: Elina Fairytale, Pexels

 

Was bedeutet Equal Care?

 

Equal Care beschreibt die faire Aufteilung unbezahlter Fürsorgearbeit zwischen beiden Partnern in einer Beziehung. Das bedeutet, dass sämtliche Verantwortlichkeiten im Haushalt und bei der Kinderbetreuung gleichmäßig aufgeteilt werden. Klingt gut, oder?

Obwohl Frauen heute viel mehr Möglichkeiten und Rechte haben als in früheren Generationen, wird die Verteilung der Fürsorgearbeit in vielen Beziehungen nach wie vor von traditionellen Geschlechterrollen und Stereotypen beeinflusst. Verinnerlichte gesellschaftliche Erwartungen und unsere eigenen Erlebnisse aus der Kindheit und Erziehung spielen ebenfalls eine Rolle. Auch in unserer modernen Gesellschaft führen diese Faktoren oft zu festgefahrenen Vorstellungen über die Rolle der Frau, insbesondere in Bezug auf Care-Arbeit. Dies hat zur Folge, dass Frauen in vielen Beziehungen immer noch einen überproportionalen Anteil an der Familien- und Hausarbeit übernehmen. Die mentale Belastung, die entsteht, wenn nur ein Partner den Großteil der Aufgaben in einer Beziehung erinnern, planen und erledigen muss, wird als ‚Mental Load‘ bezeichnet (mehr dazu hier).

Mit dem Beginn der Weihnachtszeit wird diese ungleiche Verteilung der Verantwortlichkeiten nur noch deutlicher spürbarer. Wenn Sie eine Frau in einer heterosexuellen Beziehung sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie dieses Weihnachten den größten Teil der Arbeit übernehmen – angefangen vom Geschenkekauf und Einpacken über die Koordination der Familienbesuche und das Schmücken des Baumes bis hin zur Zubereitung des Weihnachtsmahls und dem Abwasch am Ende des Abends. Diese zusätzliche Belastung kann zu einem ohnehin schon hohen Mental Load beitragen und aus dem, was eigentlich die schönste Zeit des Jahres sein sollte, für viele Frauen eine der stressigsten und anstrengendsten Zeiten machen.

Die Vorstellung, dass bestimmte Aufgaben ausschließlich von Frauen übernommen werden sollten, ist überholt und entspricht nicht der vielfältigen und dynamischen Natur heutiger Beziehungen. Damit die bevorstehende Weihnachtszeit für Sie nicht in einem Burnout endet, teile ich in diesem Artikel meine Tipps, um Equal Care in Ihrer Beziehung zu etablieren und die mentale Belastung dieses Weihnachten zu verringern.

 

 

3 Schritte zur Umsetzung von Equal Care

 

Effektive Kommunikation:

Effektive Kommunikation spielt eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung von Equal Care. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie den Großteil der Fürsorgearbeit in Ihrer Beziehung übernehmen, ist es wichtig, offen mit Ihrem Partner darüber zu sprechen.

Machen Sie sich bewusst, dass jeder auf seine eigene Weise zur Beziehung beitragen kann. Erkennen Sie die Stärken und Interessen des anderen an und halten Sie nicht an starren Erwartungen fest. Teilen Sie Ihre Gefühle, Sorgen und Ideen für ein ausgewogeneres Weihnachtsfest. Besprechen Sie, was genau für Sie beide ein gelungenes Weihnachten ausmacht – sei es bestimmte Traditionen, ein gemütliches Zusammensein im kleinen Kreis mit den engsten Familienmitgliedern oder ein rauschendes Fest mit Freunden und Verwandten. Indem Sie Verständnis und Akzeptanz für die Erwartungen des anderen zeigen, legen Sie den Grundstein für eine harmonische und erfolgreiche Planung der Feiertage.

 

Aufgaben (um-)verteilen:

Schreiben Sie, gemeinsam mit Ihrem Partner, alle Aufgaben auf, für die Sie sich beide verantwortlich fühlen. Achten Sie darauf, auch die kleinsten Aufgaben zu erfassen und diskutieren Sie jedes noch so kleine Detail, das damit verbunden ist. Möglicherweise werden Sie sogar überrascht von einigen Dingen sein, die Ihr Partner bereits erledigt, ohne dass es Ihnen vorher bewusst war.

Sobald Sie alle Aufgaben zusammengetragen haben, überprüfen Sie gemeinsam Ihre Prioritäten und verteilen Sie die Verantwortlichkeiten gleichmäßig zwischen sich. 

Für Weihnachten könnten das zum Beispiel folgende Fragen sein:

  • Wer sucht die Geschenke für die Kinder aus und besorgt sie? Wer packt sie ein? Wer kümmert sich darum, sie bis Weihnachten aufzubewahren?
  • Wer koordiniert die Besuche bei Verwandten? Legen Sie genau fest, ob es hierbei nur um das Abstimmen von Terminen und/oder die Kommunikation mit Verwandten geht oder auch um die Organisation der Anreise oder die Planung von Aktivitäten während der Besuche.
  • Wer kümmert sich um kranke und/oder ältere Angehörige und was genau ist damit verbunden? Welche besonderen Bedürfnisse haben sie? Müssen sie zum Beispiel abgeholt werden?
  • Wer ist für die Zubereitung der Mahlzeiten verantwortlich? Wer kauft die Lebensmittel ein, wer kocht, räumt den Tisch nach dem Essen auf und wer spült das Geschirr?

 

Genießen Sie die Vorteile:

Sobald Sie alle noch so kleinen Aufgaben für die Weihnachtsvorbereitungen gesammelt haben, definieren Sie ganz genau, was diese beinhalten und wer wofür verantwortlich sein wird und dann – lassen Sie los! Vertrauen Sie darauf, dass Ihr Partner die Aufgaben erledigt, und respektieren Sie, dass sein Ansatz sich von Ihrem unterscheiden kann. Wer weiß, vielleicht finden Sie sogar Spaß daran, etwas loszulassen und zu wissen, dass sich jetzt jemand anderes darum kümmert. Das gleichmäßige Teilen der Lasten und Verantwortlichkeiten, wird nicht nur Ihre eigene mentale Belastung verringern, sondern auch Ihre Beziehung stärken.

 

 

Equal Care für ein frohes Weihnachtsfest

 

Weihnachten sollte keine Überlastung bedeuten, sondern eine Gelegenheit bieten, die Familie zu sehen und gemeinsam schöne Erinnerungen zu schaffen. Deshalb ermutige ich Sie, das Konzept von Equal Care in Ihrer Beziehung zu nutzen, um das Ungleichgewicht der mentalen Last zu verringern. Indem Sie Aufgaben gerecht verteilen und sicherstellen, dass die zauberhafte Weihnachtszeit nicht von Stress und Erschöpfung überschattet wird, können Sie ein entspannteres und harmonischeres Fest erleben.

 

 

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Mit diesen Gedanken wünsche ich Ihnen ein wunderbares und entspanntes Weihnachtsfest! Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat und Sie mehr wertvolle Tipps zur Stressprävention und Stärkung Ihrer mentalen Gesundheit erhalten möchten, melde Sie sich für meinen monatlichen englischsprachigen Newsletter an.

 

 

Fröhliche Weihnachten dank Equal Care

Foto: Polina Tankilevitch, Pexels

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