2025 war für mich ein Jahr voller Bewegung, geografisch wie beruflich. Ich habe neue Projekte gestartet, Menschen auf vier Kontinenten begleitet und zwischen vertrauter Routine und spannenden Herausforderungen balanciert. Auch wenn ich weniger Fernreisen unternommen und mich stärker auf Europa konzentriert habe, haben die Orte, Menschen und Begegnungen, die ich auf meinen Reisen erleben durfte, mein Jahr auf vielfältige Weise geprägt.
In diesem Rückblick teile ich einige der Momente, Entwicklungen und Highlights, die mich 2025 als digitale Nomadin und Psychologin besonders begleitet haben. Und vielleicht lädt mein Rückblick ja auch Sie dazu ein, Ihr eigenes Jahr einmal aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

Kirschblüte in Südkorea
Meine Online-Beratung in Zahlen
Auch in diesem Jahr durfte ich viele Menschen auf ihrem Weg begleiten. Von den 28 Klient*innen, mit denen ich gearbeitet habe, waren rund 70 Prozent Frauen und etwa 60 Prozent Expatriates oder Repatriates. Auch acht neue Klient*innen durfte ich letztes Jahr in meiner Onlinepraxis willkommen heißen.
Meine Klient*innen befanden sich auf vier verschiedenen Kontinenten (Afrika, Asien, Südamerika und Europa) und die insgesamt 362 Beratungsgespräche fanden auf Englisch, Deutsch und Französisch statt.
Workshops und Webinare
Dieses Jahr habe ich mehrere Workshops und Webinare gegeben, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Arbeiten im digitalen Raum beschäftigt haben. Zum Jahresbeginn habe ich mit Masterstudierenden an der International Psychoanalytic University (IPU) in Berlin darüber gesprochen, wie therapeutische Arbeit im digitalen Raum gelingen kann.
Im Mai und Oktober fand das Bootcamp Onlinepraxis statt, in dem ich gemeinsam mit meiner Kollegin Cynthia Dauterstedt die wichtigsten Grundlagen für den Aufbau einer erfolgreichen Onlinepraxis vermittelte und praktische Tipps für den Einstieg in die digitale Arbeit gab.
In der zweiteiligen psylife Webinarreihe „Zwischen Technik und Beziehung“ ging es schließlich darum, Videogespräche so zu gestalten, dass sie professionell bleiben und gleichzeitig lebendig, verbindend und wirksam für Klient*innen sind.

Kurztrip nach Brügge
LIT Highlights
Unsere Location Independent Therapists (LIT) Community, deren Mitgründerin ich bin, bietet eine große Auswahl an Ressourcen für jede Phase der ortsunabhängigen Arbeit, regelmäßige Intervisionen, Hot Seat Coaching Sessions und Workshops zu Themen wie Marketing, Selbständigkeit oder Money Mindset. Neben meiner Tätigkeit im Backend und als Host der Community habe ich persönlich dieses Jahr besonders von unseren Intervisionsgruppen, unseren virtuellen Coworking-Sessions und unserem Buch- und Filmklub profitiert. Außerdem durfte ich auf meinen Reisen zwei unserer Mitglieder persönlich treffen, was für mich jedes Mal etwas Besonderes ist, gerade wenn man sich online oft schon seit Jahren kennt.
Ein besonders wichtiges Highlight in diesem Jahr war die Öffnung der Community über das gesamte Jahr hinweg. In der Vergangenheit haben wir nur zwei bis drei Mal pro Jahr neue Mitglieder aufgenommen, jetzt ist ein Einstieg jederzeit möglich. Zusätzlich gibt es nun eine kostenlose Probewoche, in der neue Mitglieder die Community in Ruhe kennenlernen können, und auch unsere LIT Scholarship – eine Mitgliedschaft zu einem reduzierten Preis – ist nun ganzjährig verfügbar.
Neu ist zudem, dass meine Mitgründerin Melissa Parks und ich jetzt auch einmalige, unverbindliche Einzelberatungen für Therapeut*innen und andere Kolleg*innen anbieten. Diese Gespräche eignen sich für alle Fragen rund um Auslandsumzug, Praxisaufbau oder berufliche Weiterentwicklung und dienen vielen Kolleg*innen als eine erste Orientierung im Dschungel des ortsunabhängigen, internationalen Arbeitens.
Mein neuer Onlinekurs: Videogespräche professionell gestalten
Ein besonderer Höhepunkt meines Arbeitsjahres war die Entwicklung meines Onlinekurses für Kolleg*innen: Videogespräche professionell gestalten.
Über die Jahre habe ich immer wieder ähnliche Rückmeldungen erhalten. Kolleg*innen fühlen sich in der Onlinearbeit unsicher oder zu sehr auf die Technik konzentriert, während Klient*innen bemerken, wenn ihre Therapeut*innen unvorbereitet wirken.
Diese Rückmeldungen haben mich motiviert, meine Erfahrungen zu bündeln und auf eine praxisnahe, zugängliche Weise weiterzugeben. Entstanden ist ein Kurs, der keinen starren Leitfaden vorgibt, sondern Möglichkeiten eröffnet, wie man Videoarbeit bewusst gestaltet, kreativer nutzt und gleichzeitig sicherer und authentischer wird.
An dem Kurs habe ich über Monate hinweg gearbeitet, in Cafés, zwischen Sitzungen, an Flughäfen und in stillen Momenten in neuen Städten. Für mich fasst dieses Projekt ein Jahrzehnt Onlinearbeit zusammen und zeigt, wie viel Potenzial darin steckt, wenn wir den Bildschirm nicht als Grenze, sondern als Raum begreifen.
Ziel des Kurses ist es, Kolleg*innen Sicherheit und Gelassenheit zu vermitteln, ihnen zu helfen, ihren eigenen Stil zu entwickeln und Videogespräche menschlich, verbunden und professionell zu gestalten, ganz egal, wo auf der Welt sie gerade arbeiten.

Arbeiten in einem Pariser Café
Website & Marketing
Zusammen mit meiner Assistentin Charlotte habe ich auch in diesem Jahr einen starken Fokus auf die Weiterentwicklung meiner Website und der Inhalte gelegt, die ich regelmäßig über Newsletter und Blogbeiträge teile. Mein Vorsatz, viele neue Videoinhalte zu veröffentlichen, hat sich zwar nicht ganz erfüllt (die gesamte Energie ist in die über vierzig Videos geflossen, die ich für meinen neuen Kurs aufgenommen habe). Immerhin gibt es nun aber ein neues Begrüßungsvideo auf meiner Website für Klient*innen auf Englisch und Französisch.
Meine SEO Performance erreichte ein neues Hoch mit 1,9 Millionen Google Impressionen, fast eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt besuchten 23.000 Menschen meine Website, 45.200 Klicks auf Google führten sie zu den Inhalten, die ich zur Verfügung stelle. Auch mein Newsletter ist weiter gewachsen und bleibt für mich ein fester Bestandteil meiner Arbeit, um Kolleg*innen und Klient*innen monatlich Einblicke in meine Praxis zu geben.
Insgesamt haben wir im vergangenen Jahr 29 Blogposts auf Deutsch, Englisch und Französisch veröffentlicht.
Die 3 beliebtesten deutschen Blogposts aus dem Jahr 2025 waren:
- Was passiert in der Therapie? Drei Metaphern für den therapeutischen Prozess
- Kommt zusammen – wie erfüllte Sexualität in Langzeitbeziehungen gelingt
- Mein Jahr 2024 als digitale Nomadin und Online Therapeutin
Meine meistgelesenen deutschen Blogposts aller Zeit waren:
- 3 ACT Übungen für den Umgang mit unangenehmen Gedanken
- Die Geschichte vom Wasserkrug
- Kognitive Verzerrungen: Wenn Ihr Gehirn Ihnen Streiche spielt
Presse & Interviews
Auch wenn ich in diesem Jahr nur wenige Interviews gegeben habe, gab es doch ein besonderes Highlight. Das Zeit Magazin hat mich für ein Reisefeature angefragt, in dem Menschen mit viel Reiseerfahrung ihre ganz persönlichen Lieblingsorte teilen. Es war ein ungewöhnlicher Rahmen für mich, da es ausnahmsweise nicht um Onlineberatung ging, sondern um eine meiner eigenen Reisen.
Ich habe mich gefreut, diese Erinnerung noch einmal aufleben zu lassen und meinen Namen zwischen so vielen bekannten Stimmen zu entdecken.
Weitere Interviews habe ich dieses Jahr zum Thema Memes in der Therapie sowie zu den Themen Psychologie von Flughäfen und dem Umgang mit belastenden Vergleichen gegeben. Ein Interview zu meinem Kernthema, Videogespräche kreativ gestalten, können Sie hier nachlesen.

Meine neue Brille, made (in nur 30min) in South Korea
Persönliche Highlights & Ausblick
Nachdem ich bereits 2024 zweimal in Südkorea war, hat es mich im vergangenen Jahr erneut dorthin gezogen. Mein einmonatiger Aufenthalt in Jeonju Si war ein echter Höhepunkt, besonders da ich die wundervolle Kirschblüte vom ersten bis zum letzten Tag miterleben durfte.
Auch die südkoreanische Effizienz hat mich wieder einmal beeindruckt. Ich kaufe zwar nur selten etwas auf Reisen, benötigte aber eine neue Brille, die zu meinem Erstaunen innerhalb von nur 30 Minuten fertig war und lediglich 35 Euro kostete.
Gleichzeitig war ich 2025 deutlich mehr in Europa unterwegs als in den Vorjahren und habe viel Zeit in Paris verbracht. Ich habe Ausstellungen besucht, Freund*innen und Familie getroffen und viele Stunden damit verbracht, durch die Stadt zu laufen. Kleinere Reisen, etwa ein Roadtrip durch die Niederlande und Belgien und dort insbesondere nach Brügge, haben mein Jahr zusätzlich bereichert.
Meine Reiseroute dieses Jahr war:
Frankreich → Deutschland → Frankreich → Deutschland → Südkorea → Australien → Frankreich → Deutschland → Niederlande → Belgien → Frankreich → Italien → Frankreich → Deutschland → Frankreich

Paris im Abendlicht
Für 2026 stehen auch schon wieder einige Reisen auf dem Programm, auf die ich mich schon jetzt sehr freue, z.B. werde ich im Juni auf dem Weg nach Australien dieses Mal einen Zwischenstopp in Malaysia einlegen, wo ich schon seit mehreren Jahren nicht mehr war.
Fachlich freue ich mich darauf, meinen neuen Onlinekurs weiterzuentwickeln, noch mehr Kolleg*innen bei der Gestaltung einer sicheren, professionellen und menschlichen Onlinepraxis zu unterstützen und weiterhin Menschen zu begleiten, die wie ich zwischen Sprachen und Kulturen leben.
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