Langjährige Beziehungen und erfüllter Sex sind zwei Dinge, die oft als schwer vereinbar gelten. Was anfangs meist mühelos und aufregend ist, kann mit der Zeit durch Routinen, Stress und unausgesprochene Erwartungen in den Hintergrund rücken. Viele Paare stellen sich irgendwann die Frage, wie sie Intimität und Lust in ihrer Beziehung bewahren können. Genau dieser Frage widmet sich die renommierte Sexualwissenschaftlerin Emily Nagoski in „Kommt zusammen! Die Kunst (und Wissenschaft!) sexuell erfüllter Beziehungen“. Nach ihrem Bestseller „Komm, wie du willst“, in dem sie die weibliche Sexualität in den Fokus rückte und „Stress – Warum Frauen leichter ausbrennen und was sie für sich tun können“, das sie gemeinsam mit ihrer Schwester Amelia Nagoski verfasste, beleuchtet sie nun die Dynamiken von Lust und Verlangen in Langzeitbeziehungen. Mit wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen, einfühlsamen Erklärungen und praxisnahen Ansätzen zeigt sie, wie erfüllte Sexualität auch nach vielen Jahren lebendig bleiben kann.

 

 

Kommt zusammen – Wie erfüllte Sexualität in Langzeitbeziehungen gelingt

Photo by Toa Heftiba on Unsplash

 

 

Warum es nicht nur um „mehr Sex“ geht

 

In „Kommt zusammen“ geht es sowohl darum, wie Lust und Verlangen entstehen, als auch darum, welche individuellen, gesellschaftlichen und emotionalen Faktoren dabei eine Rolle spielen. Nagoski nimmt uns mit auf eine Reise durch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu diesen Themen und verbindet diese mit einprägsamen Geschichten aus ihrer Arbeit als Forscherin und Sexualpädagogin.

Nagoski bricht mit verbreiteten Mythen und falschen Annahmen rund um Sex und Intimität. Sie zeigt auf, dass es nicht darum geht, wie oft oder wie sehr wir Sex „wollen“, sondern ob wir den Sex, den wir haben, tatsächlich genießen. Sie stellt damit gängige Vorstellungen über Sexualität in Beziehungen infrage und macht deutlich, dass jede Person und jedes Paar ihren eigenen Weg finden kann und sollte. Ihr Ansatz ist deutlich: Befriedigende Sexualität lässt sich nicht an gesellschaftlichen Normen oder Erwartungen messen, sondern daran, wie wohl wir uns mit uns selbst und unseren Partner*innen fühlen.

Eines der zentralen Themen des Buches ist die Individualität sexueller Vorlieben und Bedürfnisse. Nagoski erklärt, dass es kein „richtig“ oder „falsch“ gibt, wenn es um Verlangen geht. Vielmehr hängt unser Empfinden stark von persönlichen Erfahrungen, kulturellen Erwartungen und dem Kontext ab, in dem wir uns befinden. Sie beleuchtet, wie diese Faktoren uns oft unbewusst beeinflussen und wie wir ein besseres Verständnis für uns selbst entwickeln können.

 

 

Was wir von „Kommt zusammen“ lernen können

 

Eine der wichtigsten Erkenntnisse, aus dem Buch, ist die Bedeutung von Kommunikation und Offenheit in sexuellen Beziehungen. Ein erfülltes Sexleben ist oftmals keine Frage der richtigen Technik, sondern der richtigen Kommunikation. Nagoski zeigt, wie offene Gespräche über Wünsche, Bedürfnisse und Unsicherheiten dazu beitragen können, eine tiefere Bindung in der Beziehung zu schaffen. Ohne Druck, ohne Vorurteile – sondern mit Neugierde und Mitgefühl.

Ein weiterer zentraler Aspekt ist Nagoskis Modell der „sexuellen Bremse und des Gaspedals“. Dieses Konzept erklärt, wie Lust von verschiedenen Signalen beeinflusst wird. Stress, Unsicherheiten oder Selbstzweifel können die „Bremse“ aktivieren und das Verlangen dämpfen, während Vertrauen und Entspannung das „Gaspedal“ verstärken. Das Verständnis dieser Dynamik kann helfen, sich selbst und die eigene Sexualität besser zu verstehen – und auch mit Herausforderungen wie unterschiedlichen Libido-Leveln in einer Partnerschaft umzugehen.

Nagoski widmet sich außerdem der Frage, wie tief verwurzelte kulturelle Normen – etwa die Vorstellung, dass Frauen stets die Bedürfnisse anderer über ihre eigenen stellen sollten – unsere Sexualität beeinflussen. Sie nennt dies das „Human Giver Syndrome“ („Gebersyndrom“) und zeigt, wie diese Haltung Frauen oft davon abhält, ihre eigenen Bedürfnisse zu erforschen und zu kommunizieren.

 

 

Warum Sie dieses Buch lesen sollten

 

„Kommt zusammen“ richtet sich an alle Paare, die ihre Sexualität in Langzeitbeziehungen neu entdecken möchten, unabhängig von Geschlecht, Identität oder sexueller Orientierung. 

Nagoski schafft es, ein sensibles Thema mit Leichtigkeit und wissenschaftlicher Fundierung zu vermitteln. Das Buch ist kein klassischer Ratgeber mit schnellen Lösungen, sondern eine Einladung, die eigene Beziehung mit mehr Verständnis und Neugier zu betrachten. Nagoskis Ziel ist es, Leser*innen von unnötigem Druck zu befreien und Raum für authentische, erfüllte Sexualität zu schaffen.

Wenn Sie sich auch schon einmal gefragt haben, warum sich die Lust in Ihrer Beziehung mit der Zeit verändert hat oder wie Sie eine tiefere Verbindung zu sich selbst und Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin schaffen können, ist dieses Buch eine wertvolle Lektüre. 

 

 

 

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Kommt zusammen – Wie erfüllte Sexualität in Langzeitbeziehungen gelingt

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