Minimalismus ist so eines von diesen Modewörtern, das mir gefühlt seit ein paar Jahren überall begegnet, sei es im Internet durch Beiträge beim Spiegel oder durch Filme und auch Netflix ist auf den Zug aufgesprungen und erklärt uns aktuell mal wieder, wie wir unser Haus und unser Leben aufräumen sollten, um endlich glücklich und frei zu sein (tyding up with Marie Kondo).

Minimalismus aus Sicht einer Digitalen Nomadin

Aber was ist Minimalismus eigentlich?

Der Duden beschreibt Minimalismus als eine „bewusste Beschränkung auf ein Minimum, auf das Nötigste“. Die meisten Definitionen, die man online so finden kann beinhalten neben diesem bewussten Verzicht aber auch den Fokus auf das, was nicht nur nötig, sondern einem persönlich wichtig ist. Wer also weniger unnötige Dinge besitzt, der soll innerlich freier sein und kann sich somit auf das konzentrieren, was ihn wirklich glücklich macht, auf Menschen, Erfahrungen und innere Werte, so zumindest die Idee. Aber stimmt das tatsächlich?

Minimalismus aus Sicht einer Digitalen Nomadin

Ich selber reise seit über 4 Jahren als digitale Nomadin durch die Welt, mit Rucksack und Laptop und nicht viel mehr.

Seitdem ich kein Zuhause habe, für das ich schöne Dinge einkaufen könnte und keinen Kleiderschrank, der unendlich groß ist, kaufe ich kaum noch Dinge. Ich kann inzwischen schon länger an Geschäften vorbeigehen ohne zu denken: oh, das will ich haben. Ich habe Kleidung, die ich schön finde und die mir steht. Ich trage das, was gerade sauber ist und zum Wetter passt. Ich verschwende ehrlich gesagt erstaunlich wenig Gedanken an meine Kleidung oder mein Aussehen und das ist in der Tat auch aus meiner Sicht einer der größten Vorteile des Minimalismus. Mein Kopf ist somit tatsächlich frei für andere Dinge. Da ich wenig besitze, muss ich wenig Aufräumen und da ich oft nur wenige Wochen an einem Ort bleibe, muss ich auch nicht wirklich viel Putzen.

Minimalismus im Kopf?

Aber nur, weil mein Kopf nicht voll von materiellen Besitztümern oder dem nächsten Frühjahrsputz ist, heißt das noch lange nicht, dass mein Kopf nur voll ist mit den wirklich wichtigen oder schönen Dingen. So sehr die Reduktion des eigenen Besitzes auf dem Weg zum inneren Glück helfen kann, so sehr reicht es aber noch lange nicht. Ich kann auch ohne materiellen Besitz den ganzen Tag sinnlos im Internet verbringen, endlos durch Facebook oder Instagram scrollen oder eine neue Folge einer Serie nach der anderen schauen. Ich kann mich ärgern, mir Sorgen machen, mir Gedanken um meine Zukunft, Vergangenheit oder meine Arbeit machen. Ich kann mir to-do Listen schreiben und mich doch nicht daran halten.

Also ja, den materiellen Besitz reduzieren und das Leben somit vereinfachen, das kann ein sehr guter Schritt sein. Aber ein hinreichender ist es noch lange nicht. Die eigentliche Arbeit beginnt im Grunde erst danach.

Tipps zum Glücklich werden durch Minimalismus

Hier ein paar Tipps, wenn auch Sie durch weniger Besitz glücklicher werden wollen:

  • Misten Sie aus! Schaffen Sie mehr Freiraum (innerlich und äußerlich) durch die bewusste Reduktion auf das Nötigste. Fangen Sie ggf. klein an und arbeiten sich langsam vor.

  • Überlegen Sie sich aber auch, wofür Sie eigentlich Platz schaffen wollen. Es bringt wenig, Freiraum zu schaffen, nur um diesen mit Sorgen und Grübeleien zu füllen!

  • Wenn Ihnen bewusst ist, was Ihnen wirklich wichtig ist, überlegen Sie sich, wie Sie Ihr Leben danach neu ausrichten können. Was können Sie noch heute tun, um Ihrem Ziel ein kleines Stückchen näher zu kommen? Wie wäre es, wenn Sie statt zu Shoppen, eine alte Freundin anrufen z.B.? Oder sich einfach mal mit einem guten Buch in das aufgeräumte Wohnzimmer setzen und die Ruhe genießen?

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Wie minimalistisch ist Ihr Leben? Wie sehen Sie das mit dem Minimalismus – von innen und von außen?

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