Sind Sie ein Pessimist? Gehören Sie zu den Menschen, die sich viele Sorgen machen und grundsätzlich erwarten, dass Dinge eher schief laufen und schlecht ausgehen? Vielleicht haben Sie in der Vergangenheit zahlreiche Erfahrungen gemacht, die Sie in dieser Denkweise bestätigen. Vielleicht hat Ihre Vorsicht aber auch dazu geführt, dass Sie sich besser vorbereitet haben und dann doch noch mal alles gut gegangen ist?

 

vom Umgang mit Gefahren als Langzeitreisende

„Hoffe auf das Beste und bereite Dich auf das Schlimmste vor“

 

Bestimmt haben Sie diesen Spruch auch schon mal gehört, oder? Vielleicht leben Sie auch schon danach? Es stimmt, eine gute Vorbereitung auf das, was schief gehen kann, ist wichtig und sinnvoll. Aber wir sollten dabei nicht vergessen, den ersten Teil des Spruches zu leben! Ich bin also durchaus für eine gute Vorbereitung, aber noch viel mehr bin ich dafür, dass wir danach nur noch das Beste und Schönste erwarten, leben und genießen!

Wie viel Vorbereitung und Absicherung ist sinnvoll oder notwendig?

 

Das ist eine Frage, die sich mir als digitale Nomadin immer wieder stellt. Gerade bevor ich auf Reisen gegangen bin und mich online selbständig gemacht habe hat mich diese Frage stark beschäftigt. Ich habe zahlreiche Bücher und Blogs gelesen, von der perfekten Packliste über länderspezifische Gefahren bis hin zur richtigen Krankenversicherung. Gut 2 Jahre später kann ich berichten, dass ich (zum Glück) nur wenig davon tatsächlich gebraucht habe. Und doch hat es mir die Sicherheit gegeben, auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. So wäre für mich persönlich z.B. neben den tatsächlichen Gefahren für Leib und Seele, der Verlust von meinem Handy oder Laptop vermutlich eines der größten Probleme, das mir unterwegs begegnen könnte. Statt mir aber ständig Gedanken und Sorgen darüber zu machen, habe ich mir im Vorfeld ein gutes Backup-System erstellt, wichtige Daten mehrfach gesichert und viele Prozesse automatisiert. So weiß ich, dass der Verlust von meinem Laptop mich zwar vor Probleme stellen würde, aber gleichzeitig nicht das Ende der Welt (oder meiner Arbeitsfähigkeit) darstellen würde. Ich habe natürlich auch eine gute Versicherung und auf meinem Konto habe ich immer genug Geld, um im Notfall ganz spontan zurück nach Hause fliegen zu können.

 

Wenn es doch mal schief geht

 

In den 2,5 Jahren, seitdem ich mein altes Leben verlassen habe, ist zum Glück auch nur wenig schief gegangen bei mir. Klar, ich war ab und zu mal krank (aber nie so ganz schlimm), musste auch mal zum Zahnarzt und mir wurde in Vietnam ein gemietetes Moped geklaut. Aber all dies lies sich mit etwas Geduld, der Unterstützung von anderen Reisenden und Einheimischen sowie, in letzterem Fall, auch etwas Geld, doch recht gut lösen.

Meine Arbeitsfähigkeit wird viel häufiger durch schlechtes Internet und mangelnde Sitzmöglichkeiten im Hotelzimmer als durch Schlimmeres erschwert. Eine Ausnahme gab es bisher, als letztes Jahr in Thailand mein Ladegerät den Geist aufgegeben hat und weit und breit kein passender Ersatz aufzufinden war. Dank der Unterstützung von Freunden und dem Ausweichen auf mein Handy war ich in der Lage weiterzuarbeiten, fast als wäre nichts gewesen (na ja, zumindest nachdem ich mit Fluchen und Ärgern fertig war… Vor allem habe ich aber daraus gelernt, dass ein Diebstahl, technischer Defekt o.ä. eben nicht die absolute Katastrophe sein muss. Vorausgesetzt, man ist ausreichend vorbereitet.

 

Nicht ständig an Gefahren denken

 

Mir persönlich gibt diese Vorbereitung die Ruhe und Gelassenheit nicht ständig an die lauernden Gefahren zu denken. Natürlich bin ich vorsichtig und lasse meinen Laptop nicht unbeaufsichtigt irgendwo stehen. Wobei, zurzeit stimmt das gar nicht. Denn hier in Australien, im kleinen Café in einem Vorort von Adelaide, ist das tatsächlich überhaupt kein Problem. Ich genieße es sehr, einfach mal auf Toilette gehen zu können, ohne zu befürchten, dass meine Habseligkeiten anschließend weg sind. Nächste Woche in Vietnam bin ich da vermutlich wieder etwas vorsichtiger. Aber ansonsten verliere ich ehrlich gesagt wenig Gedanken daran. Ein bisschen gesunder Menschenverstand und eine gute Vorbereitung, und dann auf ins nächste Abenteuer!

 

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Wie ist das bei Ihnen? Denken Sie viel über zukünftige Katastrophen nach? Was tun Sie, um sich vorzubereiten? Und wie schaffen Sie es, trotzdem das Leben zu genießen?
Vom Umgang mit Gefahren als Langzeitreisende
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