Leisten Sie noch oder leben Sie schon?

Spätestens seitdem ich mein Leben in den letzten 3 Jahren radikal verändert habe stelle ich mir diese Frage immer häufiger. Warum habe ich früher eigentlich so viel gearbeitet? Warum wollte ich immer mehr?

Weil es von mir erwartet wurde? Weil es alle so gemacht haben?

glückliche Onlinepsychologin

Frau Dr. Workaholic

 

Seit Jahren war ich es gewohnt Leistungen zu erbringen. Ich habe neben einer Vollleitstelle in der Klinik meine Therapeutenausbildung gemacht, saß abends in der Praxis und habe therapiert, an den Wochenenden habe ich Seminare besucht oder Berichte geschrieben.

Später habe ich dann den Job gewechselt und an der Uni nicht nur gearbeitet und geforscht sondern auch noch „nebenher“ promoviert. Ich habe all dies (zumindest überwiegend) gerne gemacht. Natürlich kam ich auch immer mal wieder an meine Belastungsgrenzen, aber meistens klappte es doch ganz gut.

Viel Arbeiten, Leistung erbringen war das was ich kannte, was mir (meistens) leicht fiel und auch wenn es sich vielleicht erst mal nicht so anhört, ich hatte durchaus auch ein ausgefülltes Privatleben und arbeitsfreie Zeiten!

Ich hatte Hobbies, Freunde, Verabredungen, habe auch gerne mal Zeit alleine verbracht, all das, was zu einem erfüllten Leben typischerweise eben dazu gehört.

Im Grunde war es sogar eher so, dass ich, je mehr ich zu tun hatte, auch umso mehr für Ausgleich gesorgt habe. Ich wusste, dass ich die Leistungen nur erbringen kann, wenn ich mich in der restlichen Zeit auch ausreichend um mich kümmere und für Pausen sorge. Acht oder neun Stunden in der Klinik, danach noch 2 Patienten in der Praxis und anschließend ein Abendessen in der Stadt mit Freunden zum Ausgleich. Gefolgt von 8 Stunden Schlaf, denn sonst hätte ich am nächsten Tag meine Patienten reihenweise angegähnt.

 

Ja, leisten konnte ich.

 

Leben schon irgendwie auch.

Aber ein Leben ohne Zeitdruck, ohne vollgepackten Terminkalender, ohne Wecker? Ein Leben als ausgeruhter Mensch und glückliche Onlinepsychologin? Das fühlt sich schon sehr anders an.

Eine ganz neue, spannende Herausforderung, der ich mich in den letzten 3 Jahren auf immer wieder neue Art und Weise gestellt habe.

Ja, ich verdiene als Onlinepsychologin etwas weniger Geld als vorher, aber ich gebe auch viel weniger aus. Zum Teil, weil ich regelmäßig in günstigen Ländern unterwegs bin, auch mal zelte oder bei Freunden wohne, zum Großteil aber auch weil ich mein Konsumverhalten ebenso radikal verändert habe wie mein restliches Leben.

 

Besseres Essen, weniger Kleidung

 

Kein schlechtes Mittagessen in der Kantine gefolgt von einem nicht minder mittelmäßigem coffee to go. Viel weniger Kleidung und Schuhe, weil in meinem Rucksack gar nicht so viel Platz ist und wenn wir ehrlich sind, dann tragen wir am Ende doch eh immer dieselben paar Lieblingstücke. Die Kosten für meine Onlinepraxis sind gering, für eine psychologische Onlineberatung benötigt man keine Räume oder Möbel sondern nur eine möglichst gute Internetverbindung.

 

Weniger arbeiten, anders arbeiten. Mein neuer Alltag als glückliche Onlinepsychologin

 

Was sich aber am meisten geändert hat, ist dass ich viel weniger arbeite als früher. Statt 50+ Stunden nur noch 20-30 Stunden pro Woche maximal. Da bleibt mehr als genug Zeit das Leben zu genießen, viel zu Schlafen und neue Kulturen zu entdecken. Außerdem ist meine Arbeit unglaublich abwechslungsreich, da ich neben den Videoberatungen auch Emailberatungen anbiete und ein Teil meiner Arbeitszeit mit Marketing, Social Media und Bloggen verbringe.

In diesem Sinne gehe ich jetzt erst mal eine Runde im Wald Laufen. Dann arbeite ich noch ein paar Stunden und gehe am Meer spazieren. Später koche ich und lese vor dem Feuer ein Buch, das so rein gar nichts mit Arbeit oder Psychologie zu tun hat.

 

Mit besten Grüßen, Ihre glückliche Onlinepsychologin.

 

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Wie ist das bei Ihnen? Arbeiten Sie auch viel zu viel? Wünschen Sie sich eine Veränderung, wissen aber nicht wie? Melden Sie sich bei mir!

 

 

Von Workaholic zu glückliche Onlinepsychologin
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