Kennen Sie das Gefühl, wenn einem einfach alles zu viel wird? In unserer hektischen, modernen Welt sind Stress und Erschöpfung für viele von uns regelmäßige Begleiter. Die Anforderungen im Arbeitsleben, die Verantwortungen des Alltags, persönliche Herausforderungen oder auch die Belastung durch globale Ereignisse sind Faktoren, die zu Erschöpfung und Überforderung führen können. Auch wenn es nahezu unmöglich ist, Stressfaktoren vollständig aus unserem Leben zu eliminieren, gibt es Wege, um zu lernen, mit ihnen umzugehen. In diesem Blogbeitrag gebe ich Ihnen fünf praktische Tipps, wie Sie lernen können, in chaotischen Momenten Ruhe zu bewahren und Überforderung zu überwinden. 

 

Wenn alles zu viel wird: 5 Tipps, um Überforderung zu überwinden

Foto: Abbie Bernet, Unsplash

 

 

Ursachen und Symptome von Überforderung

 

Wir alle haben schon einmal das Gefühl erlebt in Aufgaben zu versinken und wir kennen die rasenden Gedanken und die emotionale Unruhe, die damit einhergehen. Überforderung kann viele Ursachen haben. Zum Beispiel können Schwierigkeiten in Beziehungen, gesundheitliche Probleme, beruflicher Druck, finanzielle Belastungen, persönliche Verluste, Traumata oder unbehandelte psychische Probleme solche Gefühle hervorrufen. Darüber hinaus können Nachrichten über globale Ereignisse, wie die Folgen des Klimawandels oder politische Unruhen, zu Gefühlen von Stress und emotionaler Belastung beitragen.

Überforderung kann sich auf verschiedene Weisen manifestieren, hauptsächlich durch negative und unkontrollierbare Emotionen wie Angst, Ärger, Reizbarkeit, Sorgen, Selbstzweifel und Hilflosigkeit. Körperlich kann sie sich durch verbale Ausbrüche, Tränen oder sogar Panikattacken zeigen, manchmal begleitet von Herzrasen, Schwitzen oder Atemnot.

Die Stressresistenz jeder Person ist unterschiedlich und die Reaktionen auf Stressfaktoren können von einer Person zur anderen stark variieren. Was die eine Person völlig überfordert, wirkt sich nicht zwangsläufig auf die nächste aus. Die gute Nachricht ist, dass Sie mit den richtigen Strategien lernen können, selbst mit den stressigsten Situationen (relativ) mühelos umzugehen.

 

 

5 Tipps zur Bewältigung von Überforderung

 

1. Gehen Sie Schritt für Schritt vor

Überforderung entsteht oft aus einer endlosen To-do-Liste. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen alles zu viel wird und Sie Ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen können, rate ich Ihnen schrittweise vorzugehen. 

Beginnen Sie damit, die wichtigsten Aufgaben zu identifizieren. Teilen Sie dann Ihre Aufgaben in viel kleinere, handlichere Schritte auf und konzentrieren Sie sich darauf, Schritt für Schritt Fortschritte zu machen, um sich allmählich Ihrem größeren Ziel zu nähern. Das Aufschreiben der einzelnen Schritte kann dabei helfen, einen klaren Wegweiser zu schaffen, der die Arbeitslast weniger überwältigend und einschüchternd erscheinen lässt.

 

 

2. Gönnen Sie sich regelmäßige Pausen

Viele von uns stecken in einem endlosen Zyklus aus langen Arbeitstagen, Hausarbeiten und anderen täglichen Verantwortungen und Aufgaben fest und finden meist nur am Wochenende Zeit zum Durchatmen und Entspannen. Bewusst Zeit für Pausen einzuplanen, reduziert nicht nur Stress und das Risiko eines Burnouts, sondern hilft auch dabei, den Geist zu entspannen und neue Ideen und Perspektiven zu entwickeln.

Wenn Sie sich von globalen Nachrichten und gesellschaftlichen Problemen überfordert fühlen, empfehle ich, Ihren täglichen Nachrichten- und Social Media-Konsum einzuschränken, um eine emotionale Überlastung zu vermeiden. Legen Sie bestimmte Zeiten für den bewussten Konsum von Nachrichten und sozialen Medien fest, z.B. das abendliche Ansehen der Tagesschau. Danach nehmen Sie sich eine Auszeit, indem Sie den Fernseher ausschalten oder Ihr Handy beiseitelegen, um gezielt Abstand zwischen sich und den Geschehnissen zu schaffen.

 

 

3. Praktizieren Sie Achtsamkeit

Achtsamkeit bedeutet, vollständig im Moment präsent und sich seiner Gefühle und Gedanken bewusst zu sein. Es geht bei Achtsamkeit nicht darum, an nichts zu denken, sondern darum, sich bewusst zu machen, was um einen herum und in unserem Geist und Körper geschieht – ohne dabei zu urteilen. 

Achtsamkeit ist etwas, das wir fest in unseren Alltag integrieren können – und sollten! Sie kann jederzeit und überall praktiziert werden. Egal, ob wir mit alltäglichem Stress oder größeren Herausforderungen wie einem Umzug oder dem Start in einem neuen Job konfrontiert sind: Ein kurzer Moment des Innehaltens, um in uns selbst zu horchen und unsere Umgebung bewusst wahrzunehmen, kann einen entscheidenden Unterschied darin machen, wie wir mit der Situation umgehen.

In meiner psychologischen Onlineberatung nutze ich mit Klient*innen, die mit komplizierten Lebensumständen oder schwierigen Emotionen zu kämpfen haben, häufig die ACE-Methode aus der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT), einem auf Achtsamkeit basierenden Therapieansatz. Es ist eine einfache, aber effektive Übung, die es uns ermöglicht, schwierige Situationen und Emotionen zu bewältigen, indem wir unsere Gefühle annehmen, anstatt zu versuchen sie zu bekämpfen. In diesem Blogbeitrag können Sie nachlesen, wie Sie die ACE-Methode anwenden können und noch zwei weitere hilfreiche ACT-Übungen für den Umgang mit schwierigen Emotionen erlernen. Und falls Sie noch nie bewusst Achtsamkeit praktiziert haben, empfehle ich Ihnen mit meiner Einführung für Anfänger*innen zu beginnen.

 

4. Kümmern Sie sich um sich selbst

Tun Sie, was ihnen guttut. Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst, um zu entspannen und um Ihren Geist und Körper zu beruhigen, egal ob das für Sie ein Spaziergang in der Natur, ein Buch lesen, Sport treiben, meditieren, gesund essen oder auch einfach nur ein heißes Bad bedeutet.

Selbstfürsorge wirkt sich positiv auf unsere Fähigkeit aus, mit Stress umzugehen und uns von Anstrengungen und emotionalen Herausforderungen zu erholen. Sie ermöglicht es uns, unsere emotionalen Batterien wieder aufzuladen und spielt eine entscheidende Rolle beim Aufbau von emotionaler Stärke und Belastbarkeit, was besonders wichtig ist, wenn das Leben uns vor Herausforderungen stellt.

 

5. Holen Sie sich Hilfe

Sie müssen stressige und überfordernde Zeiten nicht alleine durchstehen. Wenden Sie sich an Freund*innen, Familie, Kolleg*innen oder andere Gleichgesinnte für Rat und praktische und emotionale Unterstützung. Mit jemandem zu reden, dem Sie vertrauen, hilft Ihnen auch, besser zu verarbeiten, was gerade passiert und sorgt dafür, dass Sie sich weniger alleine fühlen. 

Wenn nötig, holen Sie sich professionelle Hilfe in Form von (Online-)Therapie oder psychologischer Beratung. Therapeut*innen, die auf Akzeptanz- und Commitment-Therapie spezialisiert sind, können Ihnen dabei helfen, mit Ihren schwierigen Emotionen umzugehen und Ihre Kontrolle und innere Ruhe zurückzugewinnen.

 

Denken Sie daran, dass das Ziel dieser Ansätze nicht darin besteht, Stress gänzlich aus Ihrem Leben zu eliminieren, sondern vielmehr darin, zu lernen, wie man schwierige Momente überwindet und in herausfordernden Situationen einen klaren Kopf behält. Durch die Anwendung dieser fünf Tipps, sind Sie besser gerüstet, auch in turbulenten Zeiten Ruhe und Klarheit zu bewahren und die Situationen erfolgreich zu meistern.

 

 

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Fanden Sie diesen Artikel hilfreich? Sie können auf meinem Blog viele weitere ACT-Übungen für den Umgang mit schwierigen Emotionen finden. Um monatliche Tipps und Übungen für Ihre psychische Gesundheit zu erhalten, melden Sie sich für meinen (englischen) Newsletter an!

 

Wenn alles zu viel wird: 5 Tipps, um Überforderung zu überwinden

Foto: peopleimages.com – Yuri Arcurs, Canva Pro

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